Prozessorientiertes Benchmarking mit standardisierten Referenzmodellen

Um auf dem hart umkämpften Gesundheitsmarkt langfristig erfolgreich bestehen zu können, müssen Krankenhäuser nicht nur darüber nachdenken, welche Leistungen zu erbringen sind (die richtigen Dinge tun), sondern auch, wie sie die Leistungserstellung bestmöglich optimieren können (die Dinge richtig tun).
Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) führt aktuell ein Prozess-Benchmarking für das Krankheitsbild „Ischämischer Schlaganfall“ mit vier Universitätskliniken in unterschiedlichen Bundesländern durch.
Eine standardisierte und vollständige Dokumentation aller relevanten Abläufe und Kosten erhöht die Prozesstransparenz und zeigt die aktuelle Leistungsfähigkeit.
Im Rahmen des Projekts wird der gesamte Ablauf der Behandlung eines Schlaganfallpatienten von der Aufnahme bis zu seiner Entlassung IT-gestützt erfasst. Den Teilnehmern steht hierfür die innovative Web-Applikation ClipMed PPM zur Verfügung. Die Software-Lösung beinhaltet ein wissenschaftlich evaluiertes Prozess-Referenz-Modell. Es besteht aus einem Baukastensystem, mit dessen Hilfe Behandlungsabläufe individuell zusammengestellt und unkompliziert an dynamische Rahmenbedingungen angepasst werden können. Jeder Baustein stellt ein Bündel von Tätigkeiten dar, die Basis einer bestimmten Leistung im Krankenhaus sind. Sie sind einheitlich bezeichnet, um Missverständnissen vorzubeugen und enthalten Informationen zu Verantwortlichkeiten, Zeiten und notwendigen Hilfsmitteln.
Die Leistungsbewertung von Kliniken erfolgt anhand eines Vergleichs der ablaufenden Prozesse mit denen der Benchmarking-Partner anhand der Parameter Kosten und Zeit.
Die am Prozess-Benchmarking teilnehmenden Kliniken erhalten einen Benchmarking-Bericht. Dieser enthält übersichtlich dargestellte Auswertungen zu Personalkosten, Sachmittelkosten und Personalzeiten aus Prozesssicht, Ressourcensicht und Tagessicht. Er unterstützt die Entscheidungsfindung sowie die Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen, um Optimierungspotenziale zu identifizieren, externes Wissen konstruktiv zu nutzen und betriebsfremde Vorgehensweisen an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Das Ziel ist die erfolgreiche Implementierung einer Best-Practice-Lösung, mit der das Unternehmen Bestleistungen erzielen kann. Die teilnehmenden Kliniken setzen das bewährte Konzept „Lernen vom Besten“ nutzbringend ein. Das Benchmarking-Projekt fördert außerdem das Verständnis für die individuelle Situation des Unternehmens und unterstützt einen gezielten, permanenten Erfahrungsaustausch sowie die Bereitschaft der Mitarbeiter, Verbesserungsmaßnahmen zu realisieren und diese kontinuierlich an das dynamische Umfeld der Klinik anzupassen.
Wenn Benchmarking als fortlaufender Prozess in den Klinikalltag einfließt, bietet es allen beteiligten Häusern gute Voraussetzungen, die Qualität und Wirtschaftlichkeit ihrer Leistungen kontinuierlich zu verbessern und sich erfolgreich am Markt zu positionieren.

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